Mein erster Rebreather Tauchgang

Heute fand im Yachtclub Horgen bei tollem Wetter (Schneefall um die Nullgradgrenze) das TEK-Event von 7oceans statt. Bei diesem Event für technische Taucher wurden von Achim Schlöffel den neuen ISE mCCR Rebreather sowie von Nick Toussaint (White Arrows) der NT2-Rebreather und der Sweet Deco V2 vorgestellt. Ausserdem konnte man sich mit vorgängiger Anmeldung für Testtauchgänge aller Geräte anmelden. Da ich schon viel vom "Sweet Deco" gehört hatte, wollte ich das selbst mal ausprobieren und so fand heute mein allererster Rebreather-Tauchgang statt.

Für die Nicht-Tech-Taucher an dieser Stelle ein ganz kurzer Einschub, was ein Rebreather ist: Ein Rebreather oder zu deutsch ein "Kreislaufgerät" lässte die vom Taucher ausgeatmete Luft (bzw Gas-Gemisch) nicht einfach als Blasen ins Wasser entweichen, sondern bereitet diese wieder auf, indem "verbrauchter" O2 (Sauerstoff) durch neuen ersetzt wird und stellt die aufbereite Luft/Gas dem Taucher wieder zur Verfügung. Dies möglicht einen 10 - 40x geringeren Luft-/Gasverbrauch und ermöglicht entsprechend längere Tauchgänge als mit dem herrkömmlichen sog. "offenen System". Die Geräte sind aber entsprechend komplex und man muss wissen was man damit tut. Ausserdem schlägt die Anschaffung eines neuen Rebreathers mit grob ca. CHF 10'000.- zu Buche. Mehr zum Thema finden Interessierte z.B. hier auf Wikipedia.

Zum Tek-Event:

Um 10 Uhr ging es mit dem Event los. Gespannt horchte ich den Erläutungen von Achim Schlöffel über die Ausführungen zum neuen Rebreather mit welchem Er u.a. vor ein paar Wochen den Ärmelkanal durchtaucht hat (Weltrekord). Interessant war für mich, dass das Gerat (in der Standardausführung) nicht grösser war, als ein offenes System mit D12-Flaschen. Weiter fand ich interssant, dass es auf dem Rücken Bailout (Notfallflaschen) hatte und vorne als Stage den eigentlichen Diluent (Flasche welche der Sauerstoffeinspeisung dient). Normalerweise war das bis anhin umgekehrt. Argument: so kann man mit dem Rückengerät sehr ähnlich zum offenen System tauchen und hat zudem den Diluent immer im Auge und kann diese auch flexibel umstöpseln bzw. mit anderen Tauchern tauschen etc.

Nick Toussaint erzählte dann etwas über den Erfolg von "Sweet Deco" und dessen viele Einsatzbereiche. Ausserdem zeigte Er die Side-Mount-Variante von Sweet-Deco. Dabei kann man den Sweet-Deco wie eine Stage-Flasche an der Seite anhängen und nach Bedarf hervor ziehen. Weiter zeigte Er, wie man dem Sweet-Deco vom reinen O2-Kleisler auch mit beliebige Mischungen verwenden kann. Er habe bei tiefen Tauchgängen neben dem grossen N2-Kreisler auch mehrere Sweet-Deco-Rebreathers dabei: für jede Deko-Stufe den dazu passend konfigurierten Deco-Rebreather. Dann stellte Nick noch den N2 vor, welchen man angeblich mit wenigen Handgriffen in verschiedene Rebreather-Arten (CCR, PSCR, APSCR) umbauen kann (dank einem modularen System der Hardware).

Nach den Ausführungen von Achim und Nick ging es dann zum Testtauchen der Geräte.

Rebreather-Tauchgang:

Zurück zu meinem Testtauchgang des Sweet-Deko Rebreather - wegen seiner kompakten Form auch Handtaschen-Rebreather genannt .

Nach einer relativ überschaubaren Einweisung habe ich mich bereit gemacht. Bereit heisst in diesem Fall: Trockentauchanzug, Backplate mit Tauchlampe und Argon-Flasche für den Trocki, Stageflasche mit 50% O2 (80cf) und den Sweets Deco Rebreather mit einer integrierten 2l 100% O2-Flasche. Alles angechnallt zeigte mir Nick noch schnell, wie man wärend dem Tauchgang vom reinen Sauerstoff (welcher nur bix max. 6m Tiefe geatmet werden kann) auf die 50% O2 (max. 21m Tiefe) umstellt: soweit ganz einfach da beides an einem sog. Switchblock hängt. Einfach die Flasche aufdrehen, von welcher man Gas beziehen will. Eine LED-Anzeige am Atemregler zeigt einem den aktuellen Sauerstoffgehalt im Kreislauf. Wird dieser zu tief oder das Volumen (Gasmenge) zu gering, so schiesst man mit einem Knopfdruck neues Gas ein (ja nach offener Flasche in meinem Fall reiner oder 50%-iger Sauerstoff). Soweit alles klar - das meiste mindestens...

Dann hiess es das System testen. Alles einschalten, Mundstück rein und Rebreather öffnen. Kopf unter Wasser und gucken ob a) die LED's das richtige Anzeigen und auch Luft/Gas kommt. Nachdem dies erfolgreich von war, hat sich unsere kleine Gruppe erst mal ein paar Meter an der Wasseroberfläche bewegt.

Dann das Zeichen zum Abtauchen. "Prima - runter! Oh, ähmm... wie taucht man damit eigentlich ab? Das Teil hat noch viel Auftrieb. Könnte wohl daran liegen das die Gegenlungen noch ziehmlich voll sind?". Gut aber wie jetzt weiter? Nick ist schon ein oder zwei Meter unten - steht also für Fragen nicht mehr so direkt zur Verfügung. Also nochmals scharf nachgedacht: "da war doch was, dass wenn man durch die Nase ausatmet man das Gas aus den Kreislauf lässt". Also habe ich das ein paar mal gemacht und siehe da, es ging nach unten: "jupii! Rebreather-Tauchen! .... Oh, schluck...hmmm... da kommt aber nicht viel Luft beim Einatmen. Ah, der Knopf zum Einschiessen von Sauerstoff könnte helfen." Gedacht getan und siehe da: es liess sich unter Wasser atmen obwohl keine Boubles aus dem Gerät kamen. Das war ein echt komischen Gefühl. Bis jetzt gab es bei mir unter Wasser im Blasen! "Funktioniert das Teil überhaupt? Kommt kein Wasser und die LED's blinken auch nicht abnormal schnell. Muss also alles i.O. sein", dachte ich mir. Nur die Füsse waren auffallend schwer. Das kommt davon das ich a) kein Wing montiert hatte und b) die Tarierung mit dem Trocki ncht gemacht hatte. D.h. ich habe rein über die Gegenlunge tariert (wurde mir auch so empfohlen). Diese liegt vor dem Bauch und so hat man dann bei den Beinen nicht sehr viel Auftrieb. Mit etwas Übung würde man auch das raus bekommen bzw. Nick meinte nach dem Tauchgang, dass Er dafür noch ein spezielles, kleines Wing hätte.

Weiter ist mir als alter OC-Hase (OC = offenes System) aufgefallen, dass es Verhältnismässig streng zu atmen geht bzw. man etwas "saugen" muss, damit Luft/Gas kommt. Das sei aber bei allen Rebi's so und daran gewöhne man sich. Meist hilft auch die Atmung etws umzustellen: regelmässig dafür etwas flacher. Vom offenen System bin ich mich gewöhnt mehrheitlich im ausgeatmten Zustand zu sein. Das ist bei den Rebi's wohl nicht sehr praktisch.

Gem. Nick hatte ich auch meine Gegenlunge zum bersten voll (wegen dem Tarieren). Nächstes mal, könnte ich doch den Trocki noch etwas zur Hilfe nehmen und dann würde das System auch angenhmer zu tauchen sein.

Alles in allem eine sehr intessante Erfahrung auch wenn der Sweet Deco nicht zu meinem neuen, besten Freud wurde. Auch das TEK-Event selbst war sehr interessant. Es gab vielw Inputs ich traf auch alte Tauchkolegen seit Jahren einmal wieder und lernte neue kennen.

Danke 7oceans das Organisieren dieses tollen Eventes!