Abtrieb der Unterwasser-Kamera bestimmen

Meine Unterwasser Kamera Ausrüstung hat seit je her leicht Abtrieb. Je nach Konfiguration (Weitwinkel, Makro, mit GoPro oder ohne) etwas mehr oder etwas weniger. Seit ich dieses System im 2009 in Betrieb genommen hatte, war ich auf der Suche, die Kamera neutral tariert zu bekommen. Eine Kamera, welche Auftrieb hat, mit Abtrieb zu versehen (Blei) wäre nie ein Problem gewesen. Umgekehrt schon. Ich habe ein paar Sachen ausprobiert wie z.B. auch Schaumstroffkörper. Das Problem war jeweilige, dass diese unter Druck (welcher bekanntlich mit zunehmender Tiefe ansteigt) komprimiert wurden bzw. zerquetscht wurden womit der Auftrieb auch wieder hin war. Einzige Variante wäre en relativ sperriger Auftriebskörper gewesen, welcher an der Oberseite des Rahmen montiert worden wäre. Dieser hat mich aber vom Handling her nicht sehr begeistert, da meine Kamera sonst schon gross genug ist. Das war dann auch etwa der Stand die letzten Jahre. So habe ich den Abtrieb dann halt akzeptiert.

Vor kurzem habe ich von einer Tauchkollegin aber erfahren, dass sich da wohl was getan hat. Es gibt jetzt u.a. auch Blitzarmsegmente, welche als Auftriebskörper fungieren. Dies ist besonders interessant, da es bei mir (wie vermutlich bei den meisten) genau der Blitz ist, welcher den Abtrieb verursacht. Wenn man diesen Abtrieb also möglichst nahe am Blitz kompensieren könnte, würde das die Kamera nicht nur neutral tarieren sondern würde ihr auch eine mehr oder weniger stabile Wasserlage verleihen.

Das tönt doch schon mal sehr interessant. Eine kurze Internet-Recherche zeigte, dass es unterschiedliche Blitzarmsegmente gibt, welche auch unterschiedlich viel Auftrieb generieren können. Prima! Nur: wie viel Abtrieb hat meine Kamera eigentlich? Da ich nicht diverse Segmente kaufen und testen sondern am liebst von Anfang an das Richtige bestellen will, blieb mir nichts anderes übrig als den Abtrieb zu messen. Nur wie?

Den Abtrieb zu messen, muss die Kamera möglichst komplett im Wasser seit - z.B. in der Badewanne. Dann müsste man messen, wie viel die Kamera so noch auf die Waage bringt. Da ich eine normale Waage nicht ins Wasser stellen konnte, musste eine andere Lösung her. Ich habe mich erinnert, wie damals die Hebamme das Gewicht unserer Neugeborenen gewogen hat: mit eier Babywage an welche man unten dran ein Tuch mit der Kleinen hängen konnte. Im Internet habe ich so eine Waage (siehe Bild) dann für gut CHF 12.- in Riccardo gekauft. Der Rest war einfach: alles zusammen bauen, Baudewanne füllen, Antirutschmatte der Kleinen in die Wanne damit diese nicht zerkratzt wird. Dann eine Schnur so an der Kamera befestigen, das man diese möglichst daran möglichst ausbalanciert anheben kann. An die Schnur die Waage einhängen und die Kamera anheben bis sie vom Wannenboden abhebt. Dann auf der Waage die Grammangaben ablesen und fertig.

Die Kamera hat viel weniger Abtrieb als ich geschätzt hätte. max. 10-20g plus nochmals 10g mit GoPro und noch ca. 5g wenn anstatt Weitwinkel das Makro drauf ist, da der grosse Dome-Port für das Weitwinkel mehr Volumen und somit Auftrieb hat.

Bilder: